Suche | Sitemap | Impressum | www.thw.de

Termine

<<  Juni 2017  >>
 Mo  Di  Mi  Do  Fr  Sa  So 
     1  2  3  4
  5  6  7  8  91011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Bergung einer motorisierte Zille

27. Februar 2006

Am Rosenmontag gegen 11.15 Uhr forderte die Feuerwehr Neu-Ulm das THW Neu-Ulm zur Bergung einer motorisierten Zille an.

Während einer Trainingsfahrt des Ulmer Ruderclubs streikte der Außenbordmotor der Zille. Die starke Strömung der Donau drückte das Boot gegen einen Pfeiler oberhalb der Eisenbahnbrücke. Dabei kippte das Boot um und lief voll Wasser. Der Trainer schwamm an das Ufer.

Während ein Feuerwehrboot stromabwärts auf der anderen Seite der Brücke den Einsatz auf dem Wasser absicherte, begannen die Neu-Ulmer THW-Helfer mit der Bergung.

Aufgrund des flachen Wasserstandes kam eine Bergung von einem Boot nicht in Frage, da die Außenborder über einen entsprechend langen Schaft verfügen.

Das Luftkissenboot des THW Neu-Ulm konnte ebenfalls nicht eingesetzt werden, da es bereits seit der Vorwoche auf der Insel Rügen bei der Suche und Bergung von Vögeln im Zusammenhang mit der Vogelgrippe im Einsatz war.

Erschwerend neben der starken Strömung kam hinzu, daß kurz vor dem Pfeiler der Wasserstand sehr hoch war und dort auch Taucher nicht stehen konnten.

Die Einsatztaktik bei solchen Bergungseinsätzen ist fast immer identisch: an erster Stelle muß das Objekt gesichert werden, damit es nicht unkontrolliert flußabwärts treiben kann.

An zweiter Stelle steht dann die Sicherung von gefährlichen Stoffen. In diesem Fall handelte es sich um einen roten Kunststofftank, der bereits an der Wasseroberfläche schwamm und nur noch durch den Schlauch zum Motor gehalten wurde.

Erst an dritter Stelle kommt dann die Bergung des Objektes. Hierbei wird in der Regel das Objekt mit Hilfe der Seilwinde des Gerätekraftwagens GKW I an das Ufer gezogen. Um zu bergendes Objekt und die Uferböschung zu schonen, wird anschließend das Objekt mit dem Ladekran des THW-MAN bzw. THW-Unimogs gehoben.

Um den Aufwand zu minimieren, versuchten zwei Taucher in Neopren-Anzügen watend zum eingeklemmten Boot zu gelangen. Aufgrund der starken Strömung schlugen die ersten beiden Versuche fehl. Beim dritten Male klappte es und so konnte zunächst die genaue Lage des Bootes untersucht werden.

Der üblichen Einsatztaktik entsprechend wurde das Boot zunächst mit Hilfe einer weißen Kunststoffleine gesichert. Der nächste Schritt war die Bergung des roten Kunststofftanks.

Somit war das Boot an der Reihe. Nachdem der Kranführer der Baukräne, die aufgrund der Brückenerweiterung zur Zeit auf beiden Seiten der Donau stehen, seine Hilfe angeboten hatte, wurde diese Hilfe unverzüglich akzeptiert, nachdem auch der gefüllte Tank geborgen war.

Die übliche Bergung mit Seilwinde und Anbaukran wäre zeitlich aufwändiger gewesen. Unter schwierigen Bedingungen wurde das Boot an einer Krankette fixiert und langsam vom Baukran geborgen.

Am Ufer wurde das Boot dann dem Ruderclub Neu-Ulm übergeben.

 

Alarmierungszeit: 27.02.2006 11:42 Uhr
Ort: Neu-Ulm Donau
Einsatzdauer: 2 Std. 48 min.
Helferanzahl: 12