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Unterstützung der Einsatzkräfte auf Rügen mit dem Luftkissenboot

22. Februar 2006

Unter der Leitung von Gruppenführer Thomas WÜRTH machten sich vergangene Woche Michael HANKE, Tobias WÜRTH und Michael OHMANN auf den Weg nach Rügen, um die dortigen Einsatzkräfte bei der Suche und Bergung von Vögeln zu unterstützen. Der Einsatz erfolgt im Rahmen der Amtshilfe.

Vergangenes Wochenende stießen zwei weitere Neu-Ulmer THW-Helfer - Benjamin BECK und Daniel BUCK - zu dem Einsatz-Team auf Rügen.

Zur Zeit sind auf Rügen und den angrenzenden Landkreisen auf dem Festland rund 140 THW-Angehörige aus zwölf Ortsverbänden im Einsatz, die die Einsatzkräfte von Bundeswehr und Feuerwehr hauptsächlich logistisch unterstützen.

Ausschlaggebend für die Anforderung der Neu-Ulmer THW-Kräfte war das beim THW Neu-Ulm stationierte Luftkissenboot. Innerhalb des THW gibt es nur ein einziges weiteres Luftkissenboot. Dieses Hovercraft des THW Ortsverbandes Salzwedel ist deutlich kleiner als das Neu-Ulmer Boot.

Die anderen Hilfsorganisationen verfügen über keine vergleichbaren Boote. Deshalb wurden diese beiden Spezialgeräte unverzüglich von der THW-Leitung nach Rügen beordert.

Diese Luftkissenboote ermöglichen es nun auf Rügen, unzugängliches Gelände zu befahren, in welches Einsatzkräfte bisher nicht vordringen konnten. Oft handelt es sich um flache Uferzonen, die für Fahrzeuge und Fußgänger unerreichbar sind, aber auch für Boote zu wenig Wassertiefe bieten. Prädestiniert sind Luftkissenboote auch für vereiste Wasserflächen, wobei hier dann an den Bootsführer hohe Anforderungen zukommen: Luftkissenboote verfügen über keine Bremsen !

Wie THW-Gruppenführer Thomas Würth berichtet, besteht die Besatzung in der Regel aus vier Mann: zwei THW-Kräfte als eigentliche Bootsbesatzung und zwei Soldaten der Bundeswehr, die die toten Vögel bergen und einsammeln.

Häufig sind die Tiere im Eis eingefroren und können nur mit der Spitzhacke aus dem Eis befreit werden.

Wie auf dem Foto ersichtlich sind die Helfer mit Schutzanzügen und Atemschutzmasken ausgestattet. Am Einsatzende steht eine ausgedehnte Dekontaminierung aller vier Helfer und des Luftkissenbootes, die rund eine Stunde dauert.

Der Abend wird in der Regel genutzt, um das Boot zu warten: die Batterien werden aufgeladen und kleinere Schäden an der Luftschürze, die einem gewissen Verschleiß unterliegt, ausgebessert.

Drei der Neu-Ulmer THW-Helfer kamen am 28.02.2006 zurück. Die übrigen drei Mann werden weiterhin die örtlichen Einsatzkräfte bis auf weiteres auf Rügen bei der Suche und Bergung der Vögel unterstützen.


Zur Technik:

Durch das Prinzip des Luftkissens - das Boot schwebt auf einem Luftkissen - wird das Gelände auch weitgehendst geschont. Nach dem "Überfahren" von Schilf, richtet sich dieses z.B. wieder auf.

Das Luftkissenboot des THW Neu-Ulm hat ein Leergewicht von ca. 500 kg, wobei die maximale Zuladung rund 700 kg beträgt. Das Boot wird von einem 70 PS starken Liftmotor angehoben. Für den Vorschub sorgt ein 120PS starker Schubmotor. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei rund 85 km/h. Das Boot verfügt über einen Auftrieb von rund 2.900 kg und kann eine Besatzung von bis zu fünf Mann tragen.

Dieses Luftkissenboot ergänzt die bestehende Bootsausstattung des THW und eignet sich besonders für folgende Aufgaben: Transportmittel und Arbeitsplattform für Taucher bei zugefrorenen Gewässern, Transport- und Evakuierungsfahrten in überschwemmungsgebieten, Kontrolle von durchgeweichten Dämmen, Vermißtensuchen und Bergungsarbeiten in flachem Wasser, auf Eis, in Feuchtgebieten und auch in verkrauteten Gewässern.

Das Boot mit Hänger wurde vom örtlichen Förderkreis finanziert. Zusätzlich haben die Neu-Ulmer THW-Helfer mehrere tausend Arbeitsstunden in die Optimierung des Bootes investiert, um es an die Erfordernisse einer Hilfsorganisation anzupassen. Der Wert dieses Bootes inklusive der Ausrüstung und des Trailers liegt bei rund Euro 75.000,--.

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Alarmierungszeit: 22.02.2006 12:00 Uhr
Ort: Rügen
Einsatzdauer: 9 Tage 7 Std.
Helferanzahl: 4