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Bergung von Diebesgut aus Illerkanal

23. September 2008

Der sich ertappt fühlende Täter wollte das Diebesgut loswerden und warf die Säcke im Schutz der Dunkelheit am frühen Morgen von einer Brücke aus in den Illerkanal. Hierbei wurde er beobachtet. Als herbeigerufene Polizeibeamten am Tatort eintreffen, hat der Täter die schweißtreibende Tätigkeit gerade beendet. Auf dem Grund des hier rund 4,5 Meter tiefen Illerkanals liegt nun rund eine Tonne des zementartigen Klebers.

Die zunächst alarmierte Feuerwehr Illertissen (Landkreis Neu-Ulm) fordert das THW Neu-Ulm zur Bergung der Säcke an. Während die Feuerwehr Illertissen die Einsatzstelle mit der Polyma-Lichtgiraffe ausleuchtet, lassen die Männer und Frauen des THW ein großes Mehrzweckboot zu Wasser. Dieses wird mit Hilfe des Ladekranes des 3-Achs-MAN der Wasser-gefahrengruppe über das Geländer gehoben. Der Illerkanal ist an dieser Stelle fast 40 Meter breit. Die Strömung ist mäßig. Das Boot soll zunächst die Taucharbeiten absichern und wird am Ufer vertäut.

Inzwischen sind die ersten beiden Taucher einsatzklar und beginnen in dem rund 8 Grad warmen Wasser die Erkundung. Die Taucher sind untereinander mit einer circa zwei Meter langen Leine verbunden. Ein weiterer Taucher fungiert von der Brücke aus als Leinenführer. Die Aktion wird zusätzlich durch einen bereitstehenden Rettungstaucher abgesichert. Nachdem das Wasser verhältnismäßig klar ist, können die Einsatzkräfte auf der Brücke von Feuerwehr, Polizei und THW ein bizarres Lichtspiel beobachten. Die Lichtkegel der starken Tauchlampen pendeln suchend hin und her, auf und ab.

Der Täter konnte die rund 25 kg schweren Säcke nicht weit werfen. Deshalb finden die Taucher die Säcke relativ konzentriert an einer Stelle. Einige Säcke haben den Aufprall nicht überstanden und sind aufgeplatzt. Aufgrund der alkalischen Reaktion steigt der pH-Wert des Fließgewässers vorübergehend von 7,5 auf 11 an. Die THW-Taucher dokumentieren die Lage unter Wasser mit Hilfe eines Camcorders, dessen Datei später der Polizei übergeben wird.

Zeitgleich zu der Erkundung unter Wasser wird der große MAN-Dreiachser von den THW-Helfern genau an der Abwurfstelle in Position gebracht. Mit Hilfe des 10mt-Ladekrans wird eine Gitterbox auf den Grund des Kanals gelassen. Die beiden Taucher füllen diese Gitterbox gut zur Hälfte, bevor der Kran sie nach rund zehn Minuten wieder aus dem Wasser hebt.

Inzwischen haben sich drei weitere Taucher vorbereitet. Sobald die inzwischen geleerte Box wieder auf dem Grund des Kanals steht, wiederholt sich die Aktion. Die nicht geplatzten Säcke sind trotz des zusätzlichen Auftriebs unter Wasser doch recht schwer und werden Stück für Stück in die Gitterbox gehieft. Zum Abschluss wird noch einmal ein weiteres Mal der Grund des Kanals gründlich abgesucht. Doch es werden keine weiteren Säcke mehr entdeckt. Insgesamt konnten von den THW-Tauchern 33 Säcke geborgen werden.

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Alarmierungszeit: 23.09.2008 04:51 Uhr
Ort: Illertissen
Einsatzdauer: 3 Std. 39 min.
Helferanzahl: 20