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Großbrand

05. Mai 2008

Ein Großbrand an einem frühen Montagmorgen forderten Feuerwehr, Bayerisches Rotes Kreuz und Polizei in Neu-Ulm. Ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus im Stadtzentrum brannte aus bis heute ungeklärter Ursache. In dem Gebäude waren rund 25 Personen als wohnhaft gemeldet.

Über 180 Feuerwehrkräfte aus Neu-Ulm, Senden und Ulm retteten die Bewohner über Dreh- und Steckleitern sowie Sprungrettern, da das einzige Treppenhaus unpassierbar war. Zumindest zwei Personen sprangen aus höheren Stockwerken auf die Straße.

Der Rettungsdienst war mit 12 Notärzten, rund 100 Sanitätern und 35 Fahrzeugen im Einsatz. 20 Verletzte – davon zwei lebensgefährlich verletzt – waren zu versorgen. Insgesamt 53 Menschen wurden aus benachbarten Gebäuden in Sicherheit gebracht.

Die Rettungsdienstleitung hatte sich dazu entschlossen, nachtflugtaugliche Hubschrauber aus München, Nürnberg und Regensburg anfliegen zu lassen. Auch ein Polizeihubschrauber nahm Kurs auf Neu-Ulm.

Nur wenige hundert Meter vom Einsatzort entfernt befindet sich zur Zeit ein großes planiertes Gelände, welches als Busparkplatz für die diesjährige Landesgartenschau in Neu-Ulm dient. Später soll hier ein großes Einkaufszentrum entstehen.

Große Abmessungen, ein fester Untergrund und keine Anflughindernisse wie Bäume, Masten der Leitungen bilden die idealen Voraussetzungen als Landeplatz für mehrere Helikopter.

Keine Masten und keine Leitungen bedeuten aber auch, das kein Licht vorhanden ist.

Daraufhin wurde das THW-Neu-Ulm zum großflächigen Ausleuchten dieses Geländes alarmiert. Der Gerätekraftwagen (GKW) I rückte mit der Polyma-Lichtgiraffe aus. Wenige Minuten später folgten der GKW II mit dem 50 kVA-Aggregat mit Lichtmast und dem Mannschaftstransportwagen (MTW) mit der Power-Moon-Ausstattung.

Die Fahrzeuge und Stromerzeuger wurden an den Ecken des Geländes in Stellung gebracht. Zwei Feuerwehrfahrzeuge mit Lichtmasten vervollständigten die Beleuchtungsausstattung für den riesigen Platz.

Nach kurzer Zeit war das Gelände taghell erleuchtet und gesichert. Wenige Minuten später setzte der erste Rettungshubschrauber zur Landung an. Die Verletzten wurden mit Rettungs-wagen zu den Hubschraubern gefahren und dann umgeladen. Einer der Piloten spricht später von einem geradezu vorbildlich eingerichteten nächtlichen Landeplatz.

Nach einer knappen Stunde sind alle Helikopter wieder gestartet. Daraufhin beauftragt die Feuerwehreinsatzleitung das THW mit dem Ausleuchten des Gebäudes von außen und auch von innen. Die beiden Stromerzeuger mit ihren Lichtmasten werden von den THW-Helfern umgesetzt, um das Gebäude von außen zu beleuchten.

Nach Abschluss der Löscharbeiten betreten THW-Kräfte mit schwerem Atemschutz das Gebäude, um die einzelnen Stockwerke innen für die Brandermittler auszuleuchten. Über einen Baustromverteiler werden alle Stockwerke mit Scheinwerfern auf Stativen versorgt.

Die Spezialisten der Polizei und des Landeskriminalamtes begannen im Laufe des Tages mit den Ermittlungen zur Brandursache. Ein kleineres THW-Team verblieb vor Ort, um Polizei und Feuerwehr weiterhin zu unterstützen.

Am Abend erhielt das THW Neu-Ulm dann den Auftrag, das Gebäude zu sichern. Fenster- und Türöffnungen wurden fest mit Holz verschlossen. Das Dachgeschoß musste von losem Brandschutt befreit werden.

Da bei den Löscharbeiten auch die angrenzenden Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden, waren hier weitere Sicherungstätigkeiten erforderlich. Mit Hilfe einer Drehleiter der Neu-Ulmer Feuerwehr verschlossen THW-Helfer das Dach eines der Nachbargebäude mit Kunststoffplanen.

Abschließend wurden die Gehwege direkt am Brandobjekt mit Absperrgittern gesichert.

Nach rund zwanzig Stunden Einsatz kehren die rund 30 eingesetzten Neu-Ulmer THW-Kräfte in die Unterkunft zurück und stellen die Einsatzbereitschaft wieder her.

Die lokalen Medien lobten die wirklich reibungslose professionelle Zusammenarbeit aller beteiligten Hilfsorganisationen.

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Alarmierungszeit: 05.05.2008 03:09 Uhr
Ort: Neu-Ulm
Einsatzdauer: 20 Std.
Helferanzahl: 28