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Internationale Katastrophenschutzübung Vinschgau 2013

07. November 2013

Der THW-Ortsverband Neu-Ulm nahm mit vier Helfern und einem Großfahrzeug an einer internationalen Katastrophenschutzübung in Südtirol teil, welche die Zusammenarbeit von Einheiten aus Italien, Österreich und Deutschland erforderte.
Der Hilferuf aus Südtirol klang dramatisch: Langanhaltender Starkregen und schwere Unwetter verursachten zahlreiche Murenabgänge und Verschüttungen, von denen Wohnhäuser, Straßen und Tunnel betroffen waren. Bäche, Flüsse und Stauseen führten extremes Hochwasser. Zahlreiche Bewohner im gesamten Vinschgau mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen. Daher war es erforderlich, für die Bevölkerung ein autark zu betreibendes Feldcamp einzurichten, um zumindest für drei Wochen eine Unterkunft zu gewährleisten. Internationale Hilfe sei hierfür erforderlich.
Diese Einsatzanforderung erreichte die THW-Geschäftstelle in Kempten am Donnerstag, den 7. November am frühen Abend. Für die konkrete Einsatzabwicklung wurden die THW-Ortsverbände Lindenberg (Allgäu) und Neu-Ulm alarmiert.
Beteiligt waren außerdem die Organisationen „Weißes Kreuz“ und „ANPAS“ – beide aus Italien -, der ASB-Ö (Arbeiter-Samariter-Bund Graz / Österreich) sowie die Johanniter-Unfallhilfe (JUH) aus Kempten.
Die JUH, welche im Rahmen einer strategischen Allianz zwischen THW und JUH die medizinische Versorgung der THW-Einsatzkräfte gewährleistet, begleitete die Einsatzübung mit einem Rettungswagen und zwei erfahrenen Sanitätern.
Ziele der Übung waren die Überprüfung der Einsatzfähigkeit der alarmierten Einheiten, die Verbesserung des Schnittstellenmanagments („Wer macht was, wie und womit“), die Material-erprobung unter spätherbstlichen / winterlichen Bedingungen und natürlich die internationale Zusammenarbeit.
Direkt nach der Alarmierung nahmen die Einsatzleiter Rico HENSEL (THW OV Lindenberg) und Sven KREBS (Zugführer THW OV Neu-Ulm) Kontakt zu den Hilfsorganisationen in Italien auf, um möglichst viele Details der Einsatzlage zu erhalten. In Abstimmung mit dem Sachgebietsleiter EINSATZ bei der THW-Geschäftsstelle Kempten Manuel RICHTER wurden die benötigten Fahrzeuge, Ausstattung und Anzahl der Einsatzkräfte festgelegt.
Nach weniger als 24 Stunden rückte der THW-Konvoi mit insgesamt fünf Fahrzeugen und 28 THW-Kräften Richtung Bozen ab. Bei Auslandseinsätzen ist es unabdingbar, dass Einsatzkräfte möglichst so autark wie möglich sind. Nichts darf vergessen werden, da Nachlieferungen nur schwierig und teuer zu realisieren sind. Die spontane mehrtägige Abwesenheit ist sowohl in Bezug auf Beruf und Familie auch ein Kriterium, mit dem umgegangen werden muss. In diesem Fall waren auch noch zwei Grenzübertritte und Mautbefreiungen für den Konvoi zu organisieren.
Kurz vor Bozen wurde der THW-Verband von einem Lotsenfahrzeug zur Landeshauptstelle des „Weißen Kreuz“ geleitet. Nach einer kurzen Nacht in Wohncontainern begann der nächste Tag um 4.45 Uhr – leider bei Starkregen.
Die Einsatzleiter der beteiligten Organisationen legten nach der Erkundung des Camp-Geländes in der Nähe des Dorfes Algund die Aufgabenverteilung fest, wobei als Besonderheit jede der Einheiten zwei oder drei Kräfte für Teams einer anderen Organisation abstellte. Für die abgestellten Helfer war dieser Tausch spannend, da sie hier einmal mit anderer Ausstattung trainieren und vom Fachwissen Anderer profitieren konnten.
Das THW übernahm hierbei zunächst die Sicherstellung der kompletten Stromversorgung des Camps. Hier kamen das fest auf einem LKW montierte 220 kVA-Aggregat des THW Lindenberg und das auf einem Anhänger aufgebaute 50 kVA-Aggregat des THW Neu-Ulm zum Einsatz. Gemeinsam wurden die Zelte errichtet. Die Teams – zusammen rund 70 Frauen und Männer - arbeiteten trotz – oder vielleicht auch wegen - des schlechten Wetters sehr effizient.
Die Übungsleitung war überrascht, dass bereits in zur Mittagszeit das komplette Lager aufgebaut war: rund 25 Wohnzelte, Versorgungszelt, Feldküche, und Duschcontainer mit der gesamten Infrastruktur in den Bereichen Wasser, Abwasser und Stromversorgung. In Italien wird im Katastrophenfall jeder Familie ein eignes Wohnzelt zugewiesen. Je nach Familiengröße wäre dieses Lager für ca. 120 bis 200 Menschen geeignet gewesen.
Nach dem Rückbau des Camps, welches bis in die Abendstunden dauerte, stand eine weitere Übernachtung in Bozen an. Das gemeinsame Abendessen wurde interessanterweise völlig durchmischt eingenommen. Ein wichtiger Beleg dafür, dass nicht nur zusammengearbeitet wurde, sondern tatsächlich neue Freundschaften geschlossen wurden.

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