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THW-Taucher unterstützen Regierung

24. August 2004

Auf Initiative von Dr. Alexander Harsny, dem Leitenden Fachberater der Regierung von Niederbayern für die Fischerei, untersuchten Taucher der Ortsverbände Landshut und Neu Ulm des Technischen Hilfswerks (THW) eine Stelle im bekannten Donaudurchbruch bei Weltenburg.

Bei den Tauchgängen sollte der vorgefundene Fischbestand an der Weltenburger Enge untersucht werden. Die Fachberatung für Fischerei führt im Auftrag des Bayer. Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten eine Fischartenkartierung durch. Im Rahmen der Kartierungsarbeiten werden mit Hilfe verschiedener Fangmethoden, wie z. B. Netze, Reusen und Elektrofischerei die Fische gefangen und die einzelnen vorkommenden Arten bestimmt, die für die Fische als Lebensraum wichtigen Strukturen an Laich- und Futterplätze, Uferbereiche , Pflanzen- und Wasserchemie festgehalten. Eine guter Fischbestand befindet sich nur in natürlichen und unbelasteten Gewässern. Aufgrund der gewonnen Daten können Rückschlüsse über die Entwicklung der Gewässer gezogen und der natürliche Zustand der Gewässer beurteilt werden. Mit den üblichen Fangmethoden kann man Fische nur in beschränktem Umfang fangen. So z. B. beschränkt sich die Elektrofischfangmethode nur auf flachere Gewässerbereiche, so dass man Fische nur im Umkreis von 1 - 1,5 m fangen kann. Die Reusen und Netze dienen als stationäre Geräte, mit denen nur die hereinschwimmenden Tiere ermittelt werden können. Um den Fischbestand in tieferen Gewässern zu beobachten und die einzelnen Arten zu bestimmen, gibt es keine entsprechende Methode. Ein Ausweg aus dieser Situation bietet die Möglichkeit des Einsatzes der THW-Taucher mit modernen elektronischen Geräten. Mit Hilfe einer Unterwasserkamera, die das Bild auf einen am Ufer stationierten Bildschirm überträgt, wird die Beobachtung der Fische direkt in ihrem Lebensraum ermöglicht. Dieses Equipment kann durch die THW-Bergungstauchgruppen bereitgestellt werden und bietet die optimale Vorraussetzung für das Vorhaben.

Die Vermutungen von Dr. Alexander Harsnyi, dass an dieser Stelle ein artenreicher Fischbestand zu erwarten sei, konnten voll bestätigt werden. Die Taucher aus Landshut und Neu-Ulm unter der Leitung des Landshuter Tauchgruppenleiters Rudolf Hattenkofer konnten neben Barben, Aitel und Flussbarschen auch kapitale Welse orten. Dabei war interessant zu beobachten, dass einige Arten, wie z. B. die Barbe und Rotauge, dem Taucher und den Lichtstrahlen der Beleuchtung ausweichen. Das heisst sie flüchten und Verschwinden in der Dunkelheit. Die barschartigen Fische bleiben am Untergrund liegen, lassen sich aus der Nähe beobachten und sogar mit der Hand anfassen. Der Wels, ein nachtaktiver Fisch, verlässt blitzartig beim Anblick des Lichtes sein Versteck und sucht das "Weite".

Lediglich die Berichte von den Anglern über das Vorkommen der Huchen an dieser Stelle wurden von den THW-Tauchern nicht bestätigt. Da beim Tauchgang nur der linke Uferbereich des Durchbruches auf einer Länge von ca. 20 m betaucht wurde, ist es nicht ausgeschlossen, dass die Huchen an einer anderen für sie besser geeigneten Stelle verweilten. Um diese Aussage zu überprüfen, müsste man die gesamte "Weltenburger Enge" und alle Felsbereiche untersuchen.

Dafür beeindruckte die Unterwasserlandschaft mit vielen Überhängen, einigen Unterwasserhöhlen und interessanten Wasserverwirbelungen. Trotz der starken Strömung in dem neun Meter tiefen Abschnitt, und durch verfangenes Totholz unter der Wasseroberfäche behindert fanden die Taucher einen knapp zwei Meter großen Waller vor. Da die Einsatzstelle an der bekannten „Weltenburger Enge“ nur mit Wasserfahrzeugen zu erreichen sind, wurde die Aktion von vier Mehrzweck- und Arbeitsbooten der THW Ortsverbände Landshut und Kelheim unterstützt und erst möglich gemacht.

"Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Dr. Alexander Harsny nach der Aktion. Dr. Alexander Harsny ist sehr angetan von der professionellen Einstellung und der Abwicklung der Aufgabe durch die THW-Taucher und freut sich bereits auf eine weitere enge Zusammenarbeit. Es wurden bereits mehrfach Tauchgänge in seinem Auftrag in der Isar durchgeführt.

Da Tauchgänge an diesem Teil der Donau nicht alltäglich sind, wurden die Untersuchungen auch von einem Filmteam des bayerischen Fernsehens begleitet.

Bericht: Dr. Alexander Harsny (Fachbezogen: Fischerei), Rudolf Hattenkofer (Fachbezogen: Tauchen), Stefan Huber (Fachbezogen: THW)