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Bergungstauchen auf höchstem Niveau: Neu-Ulmer THW-Taucher bilden sich fort

05. September 2009

Schweres pneumatisches und hydraulisches Unterwasser-Arbeitsgerät wie z.B. Kettensägen, Bohrhämmer oder Rettungsschere, Hebesäcke zum Bergen versunkener Fahrzeuge und Sauerstofflanzen zum Brennschneiden unter Wasser stehen im Mittelpunkt eines 7-tägigen Speziallehrgangs ausschließlich für THW-Taucher.

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) leistet als operative Einsatzorganisation des Bundes nicht nur technische Hilfe an Land, sondern auch am und unter Wasser. Rund 250 THW-Taucher in 20 THW-Tauchgruppen sind für Rettungs- und Bergungsaufgaben unter Wasser ausgerüstet und ausgebildet.

Die Ausbildung mit schwerem Gerät unter Wasser ist sehr aufwändig und eine setzt optimale Infrastruktur voraus. Die Bundeswehr leistet hier Amtshilfe und stellt dem THW für den Lehrgang „Bergungstaucher Stufe 3“ die Ausbildungsstelle für Pioniertaucher in Percha am Starnberger See zur Verfügung.

Im Zeitraum von Samstag, den 5. September 2009 bis einschließlich Freitag, den 11.09.2009 findet diese Fortbildung statt, wobei nicht nur THW-Kräfte sondern auch externe Lehrtaucher und Tauchmeister die Ausbildung übernehmen. Der Lehrgang schließt mit einer offiziellen Prüfung ab.

Mit Achim Niederwieser, Benny Beck und Daniel Buck sind gleich drei Neu-Ulmer THW-Taucher bei diesem Speziallehrgang des THW vertreten. Die Landesausbildungsstätte für Pioniertaucher der Bundeswehr in Percha am Starnberger See bietet eine nahezu ideale Infrastruktur für diese Fortbildung. Ein großzügiges Gelände mit Unterkunft, Lehrsälen, Werkstätten, Sicherheits-einrichtungen wie z.B. einer Druckkammer und natürlich Tauchpontons im Starnberger See ermöglichen eine effektive und sichere Ausbildung.

Erst zum zweiten Mal wird dieses Spezialtraining für THW-Bergungstaucher durchgeführt. Der Neu-Ulmer THW-Tauchleiter Robert Mayer ist einer der Organisatoren des Lehrgangs und ist ebenfalls in Percha mit dabei. Robert Mayer unterweist die insgesamt 17 Teilnehmer aus acht THW-Ortsverbänden (Emmerdingen, Wetter, Pirna, Landshut, Preetz, Lindau, Remscheid und Neu-Ulm) sowohl theoretisch als auch praktisch in den Themen Unterwasser- Sauerstoffkernlanzen, Bergungsmethoden und Einsatzführung.

Aufgrund der Fülle an Themen - wie z.B. Taucherdienstvorschriften, Gerätekunde, Einsatzplanung, die Aufbereitung von Atemluft, das Tauchen mit Mischgasen, das Tauchen in kontaminiertem Wasser, das Tauchen mit schlauchversorgten Helmtauchgeräten, Tauchmedizin, Taucherhygiene, Gesundheitsschutz, Sonar- und Echolote und auch Druckkammerfahrten – und der Notwendigkeit alle schweren Unterwasserarbeitsgeräte auch ausgiebig praktisch zu erproben, ist das Ausbildungs-programm sehr konzentriert.

Bis auf den Anreisetag ist um 7.45 Uhr Dienstbeginn. Die Ausbildung endet in der Regel erst gegen 21.00 Uhr am Abend. Alle Teilnehmer und Ausbilder des THW müssen für diesen Lehrgang eine Woche Urlaub opfern. Vormittags finden in der Regel theoretische Unterweisungen statt, die häufig auch durch externe Referenten unterstützt werden. Es handelt sich hierbei z.B. um Vertreter der Unternehmen, die Tauchgeräte und anderes Ausrüstungsmaterial geliefert haben. Auch ein Taucheinsatzleiter eines großen Wasserkraft-Energieversorgers gehört zu diesem Kreis und liefert wertvolle Praxistipps.

Der späte Vormittag und der Nachmittag stehen dann für zahlreiche Übungstauchgänge zur Verfügung. An drei Stationen im See können die in vier Gruppen eingeteilten THW-Taucher alle Geräte intensiv erproben, wobei hier die unterschiedlichsten Tauchgeräte eingesetzt werden. Neben den bekannten autonomen Leichttauchgeräten, wie sie auch Sporttaucher benutzen, müssen alle Teilnehmer auch mit so genannten Helmtauchgeräten Erfahrungen sammeln.

Aufgrund des hohen Spezialisierungsgrades des Lehrgangs wird auch eine Reihe von externen Besuchern erwartet. Vertreter der THW-Leitung, der Berufsgenossenschaft und Vertreter anderer Hilfsorganisationen wie z.B. der Feuerwehr wollen sich vor Ort informieren.

Die Bergungstauchgruppe des THW Neu-Ulm existiert seit über 25 Jahren und wird nicht nur regional sondern auch bundesweit und auch international eingesetzt. Klassische Einsätze sind zum Beispiel die Bergung von Fahrzeugen (Pkw, Radlader, Baufahrzeuge) aus Gewässern aller Art oder die Beseitigung von Hindernissen unter Wasser nach Überschwemmungen. Hierbei müssen häufig Unterwassersägen, Hebekissen oder Brennschneidgeräte eingesetzt werden. Aus Sicherheits-gründen werden in Neu-Ulm zusätzlich Vollgesichtsmasken eingesetzt, die zusätzlich über Unterwasserfunk auf Ultraschallbasis verfügen. Damit können die Taucher untereinander und auch mit der Wasseroberfläche kommunizieren. Der Ortsverband Neu-Ulm des THW verfügt zudem über die notwendige professionelle Fahrzeugausstattung, die Taucheinsätze an schwer zugänglichen Gewässern erst möglich machen: geländegängige LKW mit Ladekranen oder auch große leistungsfähige Arbeitsboote, die sich als Plattformen für Taucher eignen.

Nach Abschluss dieses Lehrganges werden dann vier der 14 Neu-Ulmer THW-Taucher über die Qualifikation des Bergungstauchers der Stufe 3 verfügen. Zug um Zug sollen in den nächsten Jahren weitere Neu-Ulmer diesen Lehrgang besuchen.

Das Foto aus dem THW-Archiv zeigt einen THW-Taucher mit einem Helmtauchgerät, beim thermischen Durchtrennen einer Stahlplatte mit Hilfe einer Sauerstofflanze. Der Taucher erhält hierbei die Luft von der Oberfläche und kann über eine Sprechgarnitur mit der Wasseroberfläche kommunizieren. Das Foto entstand vor einem Jahr bei dem Pilotlehrgang.

Helmtaucher Sauerstofflanze

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