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Neu-Ulmer THW-Trinkwasserspezialist zurück

02. März 2005

Thomas Würth vom THW Ortsverband Neu-Ulm ist nach über sechswöchigem Einsatz auf den Malediven nach Neu-Ulm zurückgekehrt.

Das Archipel der Malediven - bestehend aus rund 20 Atollen und 1.200 Inseln (davon 200 bewohnt) - wurde am 26.12.2004 von der Flutwelle nach dem Seebeben vor Sumatra getroffen.

Die Welle, die wegen des Korallenaufbaus der Inseln auf den Malediven keine große Höhe erreichte, richtete im mittleren Teil des Archipels keine großen Schäden an. So blieb die Hauptstadt Male weitgehendst verschont.

Auf manchen der östlich gelegenen Inseln - also der Welle zugewandten Seite - wurden dagegen zwischen 70 % und 100 % aller Gebäude zerstört. Die Bewohner dieser Inseln waren entweder auf weniger betroffene Nachbarinseln geflüchtet oder wurden dorthin evakuiert.

Die Flutwelle zerstörte auf vielen Inseln die Regenwassertanks. Das aufgefangene Regenwasser ist außerhalb der Hauptstadt Male das einzige zur Verfügung stehende Trinkwasser, da Grundwasser aufgrund des hohen Salzanteils nur als Brauchwasser verwendet werden kann.

Nach der Flutwelle waren 37 der bewohnten Inseln ohne eigenes Trinkwasser. Auf zwei Inseln war Trinkwasser extrem knapp.

Die verstreute Lage der Inseln mit nur wenigen Flugplätzen erfordert die Versorgung auf dem Wasserweg. Wegen der Beschädigung vieler Boote durch die Flutwelle stand nur eine sehr eingeschränkte Bootstransportkapazität zur Verfügung.

Die Vereinten Nationen (UN) stellten am 28.12.2004 fest, daß die Versorgung mit Trinkwasser die höchste Priorität hätte.

Bundesinnenminister Otto Schilly erteilte dem THW den Einsatzauftrag, die Republik Malediven im Bereich der Trinkwasseraufbereitung zu unterstützen.

Das 24-köpfige THW-Einsatzteam kam mit insgesamt 12 Tonnen Material am 31.12.2004 gegen13.30 Uhr Ortszeit in Male an. In einem Hotel wurde bis in die Nachtstunden eine Operationszentrale eingerichtet.

In enger Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden erfolgte am Neujahrstag eine Lageerkundung mit einem Wasserflugzeug. Parallel hierzu bereite das Einsatzteam die vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen für den Einsatz vor.

Es handelt sich hierbei um kleine kompakte Anlagen, die nach dem Umkehrosmoseprinzip auch zur Salzwasseraufbereitung geeignet sind. Jede der Anlagen hat eine Aufbereitungskapazität von 500 l je Stunde (also 12.000 Liter pro Tag).

Aufgrund der Erkundungsergebnisse wurden vier Einsatzteams gebildet, welche jeweils aus einem Gruppenführer, einem Trinkwasserlaboranten und drei Technikern bestanden.

Zwei dieser Teams wurden auf die Insel Vilufushi im Thaa-Atoll verlegt. Thomas Würth vom THW Neu-Ulm gehörte zu einem dieser Teams.

Neben der Trinkwasseraufbereitung unterstützen die THW-Kräfte die Einheimischen bei der Brunnenrehabilitierung (Reinigung und Instandsetzung / ca. 70 Brunnen auf Vilufushi). Darüber hinaus reparierten die THW-Helfer beinahe täglich den Insel-LKW bzw. den Insel-Radlader. Im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten leisteten die THW-Männer - und eine THW-Frau - Erste Hilfe bei der Wundversorgung.

Im Laufe des Einsatzes zeichnete sich ab, daß die vier Anlagen auf den Malediven verbleiben sollten.

Nachdem die Anlagen sehr zuverlässig das Trinkwasser aufbereiteten, wurden die THW-Einsatzteams verkleinert. Mitte Januar konnten die ersten Helfer nach Deutschland zurückkehren.

In den folgenden Wochen wurde geeignetes einheimisches Personal in den Betrieb und die Wartung der Trinkwasseraufbereitungsanlagen(TWA) eingewiesen. So konnte Ende Januar 2005 fast alle THW-Helfer nach Hause reisen.

Zur weiteren Betreuung und Einweisung blieben der Technische Einsatzleiter Rudolf Hattenkofer vom THW Landshut und Thomas Würth vom THW Neu-Ulm auf den Malediven.

Sie organisierten dort auch den Rücktransport des nicht mehr benötigten Materials und die offizielle Schenkung der TWAs an die Republik der Malediven.

Konkret bedeutet dies auch für den THW Ortsverband Neu-Ulm daß unsere Anlage auf den Malediven verbleibt.

Die THW-Bundesleitung hat eine neue Anlage bestellt, die im Frühjahr 2005 nach Neu-Ulm geliefert werden soll.

Allerdings müssen wir mit eigenen Mittel Zubehör der TWA ergänzen. Bei diesem Einsatz konnten auch neue Erfahrungen gesammelt werden, die in eine verbesserte Ausstattung - auch im Laborbereich - einfließen sollen.

Die Spende der Stadt Senden in Höhe von 2.500,-- Euro wird einen Teil dieser Kosten decken können. Wir hoffen, daß noch die eine oder andere Spende zur Vervollständigung der TWA -Ausstattung eingesetzt werden kann.

Für Thomas Würth hat nach einer kurzen Pause und einer mehrtägigen Berichterstattung bei der THW-Leitung in Bonn der Alltag wieder begonnen. Als Student der Fachrichtung Technische Informatik an der Fachhochschule Ulm ist er sowohl der FH Ulm als auch seinem Praktikums-Unternehmen AEG MIS dankbar, daß aufgrund der besonderen einmaligen Umstände dieses langen Einsatzes keine Nachteile im Studium entstehen.

Thomas Würth zeigte sich besonders von der Einstellung der Inselbewohner beeindruckt. Obwohl sie häufig alles verloren haben, geht das Leben für sie ohne Jammern und Klagen weiter. Der Wiederaufbau steht im Vordergrund. Die THW-Kräfte wurden überall herzlich willkommen geheißen und so weit wie möglich unterstützt.

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