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Einsätze Ausland

Die technische Hilfe im Ausland im Auftrag der Bundesregierung stellt eine der drei gleichwertigen gesetzlichen Aufgaben des Technischen Hilfswerkes (THW) dar.

Erdbeben, Hochwasser, Vulkanausbrüche und andere Naturkatastrophen erfordern schnelle Hilfe. Speziell für diese Fälle verfügt das THW über die "SEEBA" (Schnelleinsatzeinheit Bergung Ausland), die innerhalb von sechs Stunden nach Anforderung abflugbereit ist. Voraussetzung hierfür ist ein offizielles Hilfeleistungsersuchen des betroffenen Staates und die Bereitstellung von ausreichenden Lufttransportkapazitäten. Die SEEBAs sind überregionale Fachgruppen, die mit modernster Ausstattung ausgestattet sind. Neben Rettungshunden werden auch elektronische Verschütteten-Suchgeräte zur Vermißtensuche eingesetzt. Mit Kernlochbohrgeräten, Betonkettensägen und thermisch arbeitenden Spezialgeräten erfolgt die Rettung der georteten Personen.

Analog zur SEEBA wurden ebenfalls überregionale SEEWA-Gruppen aufgestellt (Schnelleinsatzeinheit Wasserversorgung Ausland). Aufgrund der SEEWA-Gruppen ist das THW weltweit die einzige Hilfsorganisation, die innerhalb kürzester Zeit Trinkwasseraufbereitungsanlagen in größerem Umfang zum Einsatz bringen kann. Der THW-Ortsverband Blaubeuren (AlbDonau-Kreis) ist in das SEEWA-Konzept mit einbezogen.

Die meisten THW-Auslandseinsätze sind allerdings planbar. Erkundungstrupps analysieren die Situation und legen den Personal- und Materialbedarf fest. Bei solchen Einsätzen können sich auch Helfer des THW-Ortsverbandes Neu-Ulm beteiligen. Die Einsatzdauer liegt in der Regel zwischen zwei und vier Wochen. Helfer des THW Neu-Ulm beteiligten sich an folgenden Auslandseinsätzen:

 

Liberia (Juni 2006)
Nach den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen bemüht sich eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen um Ruhe in dem kleinen Land mit ungeführ 3,3 Millionen Einwohnern. Eine THW-Mannschaft, repariert und wartet Stromerzeuger für die Friedenstruppe. Ein Helfer des THW Neu-Ulm gehörte zu diesem THW Team. (Bericht und Bilder)

 

Seebeben Asien 2005 / Indonesien:
Nur 6 Wochen nach Beendigung des Malediven Einsatzes war das THW Neu-Ulm erneut im Auslandseinsatz. Zwei Trinkwasserspezialisten des THW Neu-Ulm (Thomas WÜRTH und Michael OHMANN) waren vor der Küste Sumatras auf einer Insel um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. (Bericht und Bilder)


Thomas Würth und Michael Ohmann an der Trinkwasseraufbereitungsanlage

 

Seebeben Asien 2005 / Malediven:

Zusammen mit 22 weiteren Trinkwasserspezialisten des THW war der Neu-Ulmer THW-Helfer Thomas WÜRTH auf der Inselgruppe um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. (Bericht und Bilder)


Thomas Würth bei der Trinkwasserausgabe

 

Uman / Ukraine (April 1995):
Im Auftrag des Malteser Hilfsdienstes (MHD) transportierten die Neu-Ulmer THW-Helfer Hans Steck, Stefan Junginger, Michael Rabus, Manfred Diebel, Michael Hanke, Jürgen Pöschl und Jürgen Hertle medizinische Hilfsgüter für das Krankenhaus in Uman. Unterstützt wurden sie von den hauptamtlichen THW-Mitarbeitern Roland Kohlheim und Lorenz Balhuber. Mit einem THW-Sattelschlepper, vier THW-Lastzügen und einem Versorgungsfahrzeug wurden die Geräte, Betten, Medikamente und Verbrauchsgüter sicher nach Uman gebracht.

 

Goma / Zaire - Juli 1994 bis April 1995:

Helfer des THW waren seit Ende Juli 1994, d.h. mit Beginn der Flüchtlingstragödie in Goma/Zaire im Einsatz. Hauptaufgabe war die Trinkwasseraufbereitung und -verteilung für die Flüchtlinge aus Ruanda. In Spitzenzeiten wurden täglich mehr als 3 Millionen Liter Trinkwasser produziert und mit Tankwagen verteilt. Erst durch die gesicherte Versorgung mit Trinkwasser konnte die hohe tägliche Sterblichkeitsrate deutlich reduziert werden. Jede THW-Mannschaft war ca. 70 Helfer stark, die in einem Turnus von vier Wochen abgelöst wurden. Insgesamt wurden 600 THW-Helfer in Goma eingesetzt. Bei Einsatzbeginn wurde die Spezialausstattung - rund 500 Tonnen Material und Fahrzeuge - auf dem Luftweg in das Katastrophengebiet gebracht.



Der Neu-Ulmer THW-Taucheinsatzleiter Mayer bereitet sich auf einen Taucheinsatz vor.

 

Der Abzug des THW war dadurch möglich geworden, daß ein zusätzlich eingeflogenes THW-Team die komplette Wasserversorgung der Stadt Goma instandgesetzt hatte. Damit war die Wasserversorgung auch für die Flüchtlingscamps im Raum Goma gesichert - überlebensnotwendiges Wasser für über eine Million Menschen.

THW-Taucheinsatzleiter Mayer
Der Neu-Ulmer THW-Taucheinsatzleiter Mayer erläutert einheimischem Hilfspersonal das weitere Vorgehen bei der Installation der Filterelemente bei der Trinkwasserentnahmestation im Kivu-See.

 

Es wurden die Pumpstation, die Druckerhöhungsanlage, die Filteranlagen und das Rohrleitungsnetz teilweise repariert bzw. zum größten Teil komplett erneuert. Zusätzlich mußte eine Trinkwasser-Entnahmestation im Kivu-See installiert werden. Die Leitung der THW-Tauchgruppe übernahm der Neu-Ulmer Helfer Robert Mayer. In zahlreichen Tauchgängen wurden unter Wasser Fundamente betoniert, das vorgefertigte Entnahmegestell installiert und viele Komponenten montiert. Besonders hilfreich war das mitgeführte Unterwasserkommunikationssystem auf Ultraschallbasis (UW-Funk), die eine Kommunikation zwischen Tauchern und Landmannschaft erst ermöglichte. Da eine Gefährdung durch Krankheitskeime nicht vollständig auszuschließen war, benutzten die THW-Taucher Trockentauchanzüge und Vollgesichtsmasken, um sich vollständig gegen das Wasser abzuschirmen.


Das THW bereitete bis zu 3 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag für die ruandischen Flüchtlinge in den Flüchtlingscamps rund um die Stadt Goma auf. Ein Großteil des Wassers wurde mit "Tankwagen" verteilt. Auf die Ladefläche von THW-Kippern wurde eine flexible Kunststoffblase installiert. Aus diesen Blasen wurden die Vorratsbehälter an den Verteilstellen gefüllt. Innerhalb kürzester Zeit waren die "German Water People" der Inbegriff für sauberes Trinkwasser.

 


Anfang März flog dann der Neu-Ulmer THW-Helfer Jürgen Pöschl nach Goma. Dieses letzte Einsatzteam brachte die umfangreiche Ausstattung (vier Geländewagen, neun LKW mit sechs Hängern, sechs Lastzüge mit Containern) auf dem Landweg über Kampala (Uganda) nach Mombassa (Kenia). Nach einer Fahrtstrecke von rund 1 .800 km wurden das THW-Material in Mombassa verschifft und nach Deutschland zurückgebracht.

 

Transportfahrten in die Ukraine - April 1991 bis Mai 1993:
Zahlreiche Organisationen, Vereine und Privatpersonen sammelten Material für Krankenhäuser, Seniorenheime, Waisenhäuser und Kinderheime. In Hunderten von Fahrten brachte das THW dieses Material in die Ukraine, wobei einige THW-Helfer bei Verkehrsunfällen umkamen. Der Neu-Ulmer Ortsbeauftragte Hans Steck leitete fünf Konvois unfallfrei nach Luvow (2x), Kiew, Bragin und Gomel.

 

Oravita, Rumänien - Oktober 1990:
Beim Einsatz im Mai wurden die THW-Helfer mit der völlig unzureichenden Situation im Krankenhaus konfrontiert. Operationen wurden im "Schein" einer 60 Watt-Birne durchgeführt. Hans Steck und Michael Rabus aus Neu-Ulm waren bei der Teilinstandsetzung des Krankenhauses beteiligt. Der Schwerpunkt lag bei der Renovierung der sanitären Anlagen und der Energieversorgung. Gleichzeitig brachten die THW-Helfer dringend benötigte Medikamente und gebrauchte Krankenhausausstattung aus Deutschland mit.


Versorgunsfahrt zu einer Außenstelle in Rumänien

 

Oravita, Rumänien - Mai 1990:
Die Bundesregierung beauftragte die 20-köpfige THW-Mannschaft mit der Instandsetzung der Trinkwasserversorgung der Stadt Oravita (20.000 Einwohner). Von den acht Tiefbrunnen (zwischen 50 m und 150 m tief) konnte nur noch ein einziger Brunnen genutzt werden. Das Krankenhaus und einige ausgewählte Wasserentnahmestellen erhielten für ungefähr 30 Minuten täglich Wasser. Die THW-Helfer installierten neue Pumpen und erneuerten Leitungen, sodaß nach 10 Tagen wieder sieben Tiefbrunnen Wasser lieferten. Hans Steck und Helmut Kirchhauser waren die Neu-Ulmer Vertreter bei diesem Einsatz.